✦Die Lebensregeln
Mikao Usui

gab seinen Schülerinnen und Schülern fünf Lebensregeln — die Gokai (五戒). Sie sind das ethische und seelische Herz des Reiki: keine Technik, sondern eine tägliche Übung des Herzens.
Usui empfahl, sie zweimal am Tag zu sprechen — morgens und abends, die Hände vor der Brust aneinandergelegt (Gasshō). Nicht als Pflicht, sondern als sanfte Ausrichtung. Jede Regel beginnt im Original mit den Worten „kyō dake wa“ — „nur für heute“. Darin liegt die eigentliche Weisheit: Wir müssen nicht das ganze Leben auf einmal in Ordnung bringen. Nur diesen einen Tag.
Die Regeln, wie wir sie in unserer Schule sprechen:
• Gerade heute sorge dich nicht.
• Gerade heute ärgere dich nicht.
• Ehre deine Eltern, Lehrer und Älteren.
• Verdiene deinen Lebensunterhalt ehrlich.
• Sei dankbar gegenüber allem Lebendigen.
Die Verbindung zum Meiji - Kaiser

Kernpunte seiner Herrschaft
Ende des Feudalismus: Das Shogunat wurde 1867/68 abgeschafft. Das traditionelle Kastensystem der Samurai endete, wodurch allen Bürgern die freie Berufswahl ermöglicht wurde.
Rasante Modernisierung: Unter dem Motto „Japanischer Geist, westliche Technologie“ übernahm Japan westliche Systeme in der Industrie, Verwaltung und im Bildungswesen. Das Land baute ein modernes Banken- und Börsensystem sowie erste Eisenbahnstrecken auf.
Militärische Reformen: Die herkömmliche Samurai-Armee wurde durch eine moderne, europäisch geschulte Armee mit allgemeiner Wehrpflicht ersetzt. Dadurch stieg Japan zur militärischen Großmacht in Asien auf.
Neue Verfassung: Im Jahr 1889 erhielt Japan eine neue Verfassung, die sich stark an der preußisch-deutschen Verfassung von 1871 orientierte. Sie sicherte dem Kaiser eine gottähnliche, unantastbare Stellung zu.
Verlegung der Hauptstadt: Der kaiserliche Sitz wurde von der alten Kulturstadt Kyōto nach Edo verlegt, das in Tokio („östliche Hauptstadt“) umbenannt wurde.
Mikao Usui, der Begründer des Reiki, integrierte die spirituellen und moralischen Ideale des Meiji-Kaisers (Mutsuhito, regiert 1868–1912) tief in seine Lehren. Usui war ein Bewunderer der kaiserlichen Waka-Gedichte (eine traditionelle japanische Gedichtform).
Die berühmten fünf Reiki-Lebensregeln (Gokai) basieren direkt auf den ethischen Anweisungen und kaiserlichen Reskripten der Meiji-Ära, die darauf ausgerichtet waren, den Geist durch Disziplin, Selbstreflexion und moralische Integrität zu schulen. Usui nutzte diese kaiserlichen Verse als meditative Werkzeuge für seine Schüler, um die energetische Heilarbeit mit einem gefestigten Charakter zu verbinden.
Die Fünf Prinzipien (Gokai) im Ursprung
Kyō dake wa (Just for today): Heute nicht ärgern. (Fokus auf das Hier und Jetzt, um das mentale System von der Last der Vergangenheit oder Zukunft zu befreien.)
Medium
Ikaru na (Do not anger): Sich nicht sorgen. (Wut und Ärger gelten im Reiki als primäre Blockaden, die den natürlichen Energiefluss im Körper stören.)
Shinpai suna (Do not worry): Dankbar sein. (Sorgen erschaffen künstliche Barrieren und Misstrauen gegenüber dem universellen Fluss.)
Kansha shite (Be grateful): Ehrlich arbeiten. (Damit ist gemeint, seine täglichen Pflichten, den Beruf oder die innere Praxis mit absoluter Hingabe und Integrität zu erfüllen.)
Gyō o hageme / Hito ni shinsetsu ni: Sei freundlich zu den Menschen (und allen lebenden Wesen). (Mitgefühl als fundamentale Haltung gegenüber allem Leben.)